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10 Fakten ・er die Minamata-Krankheit
Von der Minamata-Krankheit lernen bedeutet, die Vergangenheit nicht zu
vergessen und je mehr wir dar・er erfahren, desto mehr Lehren knnen wir
daraus ziehen. Sie zeigt uns, Werte wie das Leben an sich, die Gesundheit
und die Umwelt wieder zu sch舩zen.
Damit sich Tragdien, wie die von Minamata nie wieder wiederholen, werden an
dieser Stelle einige der h舫figsten Fragen zur Minamata-Krankheit
beantwortet.
Wir hoffen, dass diese Brosch・e dazu beitr臠t, die Minamata-Krankheit
besser verstehen zu knnen.
1. Was ist die Minamata-Krankheit?
2. Was ist organisches Quecksilber?
3. Wie viele Patienten der Minamata-Krankheit gibt es?
4. Was f・ eine Fabrik war Chisso?
5. Was wurde aus Chisso?
6. Was geschah mit der Bucht von Minamata?
7. Welche Entsch臈igungen erhalten die Patienten?
8. Wie lauteten die Forderungen der Patienten?
9. Was bedeutet 'moyainaoshi'?
10. Was knnen wir aus der Minamata-Krankheit lernen?
1. Was ist die Minamata-Krankheit?
Aufnahme von Methylquecksilber.
Die Minamata-Krankheit ist eine Methylquecksilber-Vergiftung, die durch
den Verzehr von gro゚en Mengen, mit Methylquecksilber belastetem Fisch und
Meeresfr・hten verursacht wird. Die Krankheit ist weder ansteckend noch
erblich und wird auch nicht durch die Luft oder Lebensmittel ・ertragen.
1956 wurde die Minamata-Krankheit offiziell entdeckt, 1968 gab die
japanische Regierung bekannt, dass es sich um eine Umweltkrankheit handelt,
die von der Firma Chisso Co. Ltd. verursacht worden ist.
Einmal vom Krper aufgenommen, greift Methylquecksilber haupts臘hlich das
zentrale Nervensystem und das Gehirn an und f・rt zu verschiedenen Symptomen
wie L臧mungserscheinungen in Beinen und H舅den, M・igkeit, Ohrensausen,
eingeschr舅kter Sehkraft, Verlust des Gehhrs, undeutlicher Sprechweise
sowie Behinderungen des Bewegungsapparates. Einige der ersten, besonders
schlimm Betroffenen wurden geistig verwirrt, verloren das Bewusstsein und
starben innerhalb eines Monats nach Ausbruch der Krankheit.
Einige Patienten leiden unter chronischen Symptomen wie Kopfschmerzen,
h舫figer M・igkeit, dem Verlust des Geruchs- und Tastsinnes und an
Vergesslichkeit. Diese Symptome sind mitunter schwer feststellbar, aber sie
erschweren das t臠liche Leben erheblich. Des weiteren gibt es Patienten, die
mit Minamata-Krankheit geboren wurden und mit Behinderungen auf die Welt
kamen. Diese wurden durch Methylquecksilber hervorgerufen, das von der
Mutter, die belasteten Fisch gegessen hat, direkt auf den Ftus ・ergegangen
ist.
Die Minamata-Krankheit ist bislang nicht heilbar und die Behandlung der
Patienten konzentriert sich daher auf Versuche, die Symptome ertr臠licher zu
machen, sowie auf physische Rehabilitationstherapien.
Jedoch haben die Patienten nicht nur mit krperlichen Beeintr臘htigungen zu
k舂pfen, sondern erleiden durch die Minamata-Krankheit auch soziale
Probleme wie Diskriminierung.
2. Was ist organisches Quecksilber?
Der gro゚e Buddha in Nara.
Quecksilber wird von den Menschen seit geraumer Zeit verwendet, bekannte
Beispiele sind die Vergoldung der gro゚en Buddhastatue in Nara, sowie die
Verwendung von Quecksilber in Medizin und wei゚em Schminkpuder w臧rend der
Edo-Zeit in Japan. (16. bis Mitte 19. Jh.) Weiterhin lassen japanische
Ortsnamen wie 'Niu' darauf schlie゚en, dass in diesen Gebieten seit langer
Zeit Quecksilber gewonnen wurde.
Quecksilber ist in zwei Gruppen klassifiziert, n舂lich anorganische und
organische Quecksilberverbindungen. Metallisches Quecksilber, eine
anorganische Quecksilberverbindung, wird in allt臠lichen Gegenst舅den wie
Fluoreszenzlampen, Batterien und Thermometern verwendet.
Methylquecksilber, welches die Minamata-Krankheit hervorrief, ist eine
organische Quecksilberverbindung. Die wei゚e, pulverige Substanz, riecht wie
der Schwefel in hei゚en, vulkanischen Quellen. Vom Magen aus wird es schnell
absorbiert und gelangt so in den Blutkreislauf. Von dort wird es in Leber
und Nieren transportiert und erreicht schlie゚lich das Gehirn und sogar den
Ftus schwangerer Frauen. Dort wird es absorbiert und verursacht schwere,
krperliche Sch臈en.
3. Wie viele Patienten der Minamata-Krankheit gibt es?
Gedenkgottesdienst f・ die Opfer der Minamata-Krankheit
ワber 17000 Menschen aus den Pr臟ekturen Kumamoto und Kagoshima haben Antr臠e
auf Anerkennung als Opfer der Minamata-Krankheit gestellt. (Alle Zahlen in
diesem Abschnitt gelten f・ beide Pr臟ekturen zusammen.)
2265 Personen wurden bislang anerkannt, jedoch sind davon bereits 1408
verstorben. (Stand: 31.12.2001.)
Zus舩zlich wurde, basierend auf dem endg・tigen Abfindungsplan der Regierung
von 1995, auch nicht anerkannten Opfern zu helfen, 10353 Menschen eine
einmalige Pauschalzahlung von Chisso zugesprochen. Offiziell wurden so
insgesamt 12617 Menschen als Patienten, die an Quecksilbervergiftung leiden,
anerkannt.
Jedoch ist es unmglich, genaue Opferzahlen anzugeben, da einige Menschen
bereits vor der offiziellen Entdeckung der Minamata-Krankheit gestorben
sind. Andere starben zwar nach Entdeckung der Krankheit, jedoch bevor sie
Antr臠e auf offizielle Anerkennung stellen konnten, oder medizinische Hilfe
in Anspruch nehmen konnten. Weiterhin haben einige Opfer aus verschiedenen
Gr・den niemals Antr臠e auf Anerkennung gestellt.
1964 brach die Minamata-Krankheit auch entlang des Agano-Flusses in der
Pr臟ektur Niigata aus. Dort unterhielt die Firma Showa Denko Corporation den
gleichen Produktionsprozess wie Chisso in Minamata. Auch in anderen Teilen
der Welt tauchten Krankheitsf舁le auf Grund von Quecksilber-
Verunreinigungen durch Fabriken auf, so z.b. entlang des Songhua-Flusses in
China, oder in Kanada. In den letzten Jahren gab es Gesundheitssch臈en durch
Quecksilberverschmutzung in Fl・sen und Seen des Amazonasgebietes und in
Tansania.
4. Was f・ eine Fabrik war Chisso?
Das alte, bereits in der Meiji-Zeit gegr・dete Werk von Chisso.
Gegen Ende der Meiji-Zeit (1868-1912) wurde das Wasserkraftwerk Chisso 1908
gegr・det. Danach wurde in Minamata eine Karbidfabrik gebaut, die die
Wasserkraft nutzte und schlie゚lich begann man auch mit der Produktion von
chemischen D・gemitteln. Chisso wurde somit zu einer der bedeutendsten
Chemiefabriken in Japan.
Durch Chissos Erfolg entwickelte sich auch Minamata sehr gut. Die
Einwohnerzahl stieg best舅dig und Minamata wurde zu einer der bedeutendsten
Industriestandorte in der Pr臟ektur Kumamoto. Gleichzeitig wurden die
Einwohner von Minamata immer mehr von Chisso abh舅gig. Chisso hatte gro゚en
Einfluss auf die ganze Region und schlie゚lich wurde sogar ein ehemaliger
Direktor von Chisso B・germeister in Minamata.
Neben chemischen D・gemitteln produzierte Chisso auch Essigs舫re,
Vinylchlorid und die f・ die Produktion notwendigen Weichmacher. Nach dem
Krieg war Chisso eine der Firmen, die f・ Japans rasches Wirtschaftswachstum
standen.
Zu Beginn der Taisho-Periode (1912-1926) wurden die von Chisso ins Meer
geleiteten Abw舖ser allm臧lich zu einem Problem. Dennoch benutzte man
weiterhin von 1932-1968 anorganisches Quecksilber als Katalysator f・ die
Produktion von Acetaldehyd, einem wichtigen Bestandteil f・ die Produktion
von Essigs舫re und Vinylchlorid. Bis 1966 wurde Methylquecksilber, ein
Nebenprodukt des Produktionsprozesses, vllig unbehandelt ins Meer
geleitet.
Obwohl die Verantwortlichen bei Chisso wussten, dass die Abw舖ser der Fabrik
die Auslser f・ die Minamata-Krankheit waren, unternahmen sie nichts.
Im abschlie゚enden Urteil des ersten Minamata-Prozesses wurde das
nachl舖sige und unmoralische Verhalten der Firma scharf kritisiert.
5. Was wurde aus Chisso?
Produkte der Firma Chisso.
Der Hauptfirmensitz der Chisso Co. Ltd. befindet sich in Tokyo und neben der
Fabrik in Minamata befinden sich weitere Anlagen in den Pr臟ekturen Chiba
und Okayama. Die wichtigsten Produkte, die in Minamata hergestellt werden
sind Fl・sigkristalle, Konservierungsstoffe, Trockenmittel, chemische
D・gemittel und Kunstharze. In Minamata ist Chisso nach wie vor ein
wichtiger Arbeitgeber mit etwa 660 Besch臟tigten. (Stand: September 2000.)
Als f・ den Ausbruch der Minamata-Krankheit verantwortliche Firma wurden
Chisso enorme Entsch臈igungszahlungen auferlegt. 1975 bef・chtete man auf
Grund der sich verschlechternden finanziellen Lage des Unternehmens, dass es
letztendlich nicht mehr in der Lage sein knnte, den
Entsch臈igungsforderungen der Patienten nachzukommen. Deshalb wurde Chisso
seit 1978 durch die Emission nationaler und pr臟ekturaler Anleihen
finanziell unterst・zt. Der gesamte Wert der bis Anfang 2001 herausgegebenen
pr臟ekturalen Anleihen betr臠t ungef臧r 257,6 Milliarden Yen, davon muss
Chisso ungef臧r 163,1 Milliarden Yen an die Pr臟ektur Kumamoto zur・kzahlen.
| Arten pr臟ekturaler Anleihen |
Betrag (inklusive Zinsen) (Stand: M舐z 2000) |
Zweck/ Anmerkungen |
| F・ die Versorgung der Patienten |
Ca. 164 Milliarden Yen |
Entsch臈igungszahlungen f・ anerkannte Patienten. |
| F・ die Entsorgung des Kl舐schlamms |
Ca. 68,8 Milliarden Yen |
Kosten f・ das Ausbaggern des Kl舐schlamms sowie die
Landr・kgewinnung in der Bucht von Minamata. |
| F・ den Wiederaufbau von Chisso |
Ca. 12 Milliarden Yen |
Fonds f・ den Wiederaufbau von Chisso. |
| F・ pauschale Entsch臈igungszahlungen |
Ca. 12 Milliarden Yen |
Zahlungen an nicht anerkannte Patienten im Zuge des
Regierungsplanes zur endg・tigen Entsch臈igung.
(Nachdem Chisso 85% aller Schulden erlassen worden waren.) |
| Summe |
ca. 256,8 Milliarden Yen |
6. Was geschah mit der Bucht von Minamata?
Wiedergewonnenes Land in der Bucht von Minamata. ('Eco Park Minamata')
Der Kl舐schlamm in der Bucht von Minamata mit einer Quecksilberkonzentration
von ・er 25 ppm (=parts per million) wurde in einem Projekt der Pr臟ektur
Kumamoto ・er 14 Jahre lang ausgebaggert und neues Land wurde gewonnen. Die
enormen Kosten betrugen 48,5 Milliarden Yen f・ 58 Hektar neu gewonnenes
Land in der Bucht von Minamata. Das Wasser in der Bucht von Minamata gilt
als eines der klarsten und saubersten in der Pr臟ektur Kumamoto und man kann
unbesorgt baden. Um eine Ausbreitung der verseuchten Fische zu verhindern
und das Vertrauen der Bewohner wiederzugewinnen, lie゚ die Pr臟ektur Kumamoto
1974 in der Bucht von Minamata Trennetze aufstellen. Die Fischer fingen die
belasteten Fische und Chisso kaufte sie ihnen ab und entsorgte sie.
Der Grad der Quecksilberbelastung in Fischen und Meeresfr・hten der Bucht
von Minamata fiel konstant, nachdem Chisso seine Acetaldehydproduktion im
Jahr 1968 einstellte. Im Juni 1994 ergaben Untersuchungen der Pr臟ektur,
dass keine Fischarten mehr ・er den nationalen Richtwerten von 0,4 ppm
Quecksilber und 0,3 ppm Methyl lagen. Der Gouverneur der Pr臟ektur erkl舐te
daraufhin im Juni 1997 die Bucht von Minamata f・ sicher und im Oktober des
gleichen Jahres wurden die Trennetze schlie゚lich entfernt. Mittlerweile sind
die Fische und Meeresfr・hte in der Bucht von Minamata genau so sicher wie
in anderen Regionen auch.
Nach dem Entfernen der Netze wurden die Quecksilberwerte der Fische und
Meeresfr・hte 3 Jahre lang zweimal j臧rlich getestet. Umfangreiche Daten
・er das Meer von Minamata, das derart schwerwiegende Umweltsch臈en aufwies,
sowie Daten ・er die Gesundheit der lokalen Bevlkerung werden an den Rest
der Welt weitergegeben, damit man ・erall aus der Minamata-Krankheit Lehren
ziehen kann. Um dies zu erreichen sind Langzeitstudien notwendig.
7. Welche Entsch臈igungen erhalten die Patienten?
Die Unterzeichnung des Abkommens zwischen den Interessengruppen der
Patienten und Chisso. (1996)
Das Urteil der Gerichtsverhandlung ・er die Minamata-Krankheit war ein
Erfolg f・ die Patienten und im Juli des gleichen Jahres fanden direkte
Verhandlungen zwischen den Patienten und Chisso ・er eine
Entsch臈igungsvereinbarung statt. Der Vereinbarung zufolge bezahlte Chisso
pauschale Betr臠e zwischen 16-18 Millionen Yen an die anerkannten
Patienten. Au゚erdem kommt Chisso f・ die Kosten der Versorgungsrenten,
舐ztliche Behandlungen, Krankenpflege, Beerdigungen, Behandlungen in hei゚en
Quellen, Akupunktur und Moxibustion (= traditionelle W舐mebehandlung) auf.
Mit den Zinsen eines von Chisso gegr・deten Fonds werden Windeln,
Haushaltshilfen, Kondolenz-Geschenke, Massagebehandlungen und
Krankentransporte bezahlt.
Das umfangreiche Hilfsprogramm der Pr臟ekturen Kumamoto und Kagoshima
bezahlt nicht anerkannten Patienten, die aber dennoch gewisse Kriterien
erf・len, wie z.b. unter dem Verlust der Beweglichkeit aller vier
Extremit舩en leiden und gro゚e Mengen an Fisch und Meeresfr・hten gegessen
haben, die medizinischen Kosten, die nicht von der Krankenversicherung
gedeckt sind und andere medizinische Behandlungen. (Im November 2000 waren
es monatlich 17200-23500 Yen.)
Basierend auf dem endg・tigen Abfindungsplan der Regierung von 1995 wurde
mit Chisso eine ワbereinkunft getroffen, dass auch nicht anerkannte Patienten
(inklusive der bereits Verstorbenen), sofern sie bestimmte medizinische
Kriterien erf・len und auf zuk・ftige Forderungen verzichten, einmalige
Zahlungen in Hhe von 2,6 Millionen Yen erhalten.
8. Wie lauteten die Forderungen der Patienten?
Der Patient Hamamoto Tsuginori h舁t einen Vortrag ・er die Minamata-
Krankheit.
Seit dem Ausbruch der Minamata-Krankheit sind mehr als 40 Jahre vergangen.
F・ die Patienten waren es 40 Jahre ununterbrochener Leiden und
Streitigkeiten. In den Gerichtsverhandlungen und Verhandlungen mit der
Regierung und Chisso verlangten sie eine von Herzen kommende Entschuldigung
sowie eine Akzeptanz der Verantwortung f・ das Verursachen der Minamata-
Krankheit und der Vernachl舖sigung der Opfer. Weiterhin forderten sie die
Bekanntmachung der Wahrheit der Tragdie und die schnelle Bereitstellung von
Hilfen f・ die Patienten. Mit Nachdruck verlangten sie nach dieser langen
Zeit der Isolation durch die lokale Bevlkerung, wieder als Menschen und
B・ger von Minamata behandelt zu werden.
Die Minamata-Krankheit ist nicht heilbar. Die meisten Patienten verbringen
ihre Tage mit Arztbesuchen, schmerzlindernden Behandlungen und
Rehabilitationsma゚nahmen. Mit dem fortschreitenden Alter der Patienten
steigt auch die Zahl derer, die auf medizinische Pflege im Krankenhaus oder
zu Hause angewiesen sind. Der Wunsch der Patienten in einer Gemeinschaft
ohne Sorgen leben zu knnen ist ein weitverbreitetes Thema in dieser Region
in einer durch ワberalterung gekennzeichneten Gesellschaft.
Selbstverst舅dlich gehen diejenigen, die dazu krperlich in der Lage sind,
jeden Tag ihrer Arbeit nach. Zwar ist die Arbeit in der Landwirtschaft und
Fischerei krperlich sehr anstrengend, doch kann gerade diese Arbeit eine
gute Reha-Ma゚nahme sein. Einige Patienten haben auch Anstellung in Firmen
gefunden. Diese Menschen haben einen Weg gefunden, mit ihrer Krankheit zu
Leben. Dennoch haben die Opfer der Minamata-Krankheit immer noch mit vielen
Vorurteilen und Missverst舅dnissen zu k舂pfen und in extremen F舁len
verheimlichen sie ihre Krankheit sogar vor der eigenen Familie. Andere
Patienten dagegen sprechen offen ・er ihr Leiden, um auch k・ftige
Generationen an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Sie wollen dazu
beitragen, dass sich eine Tragdie wie die Minamata-Krankheit nie wieder
wiederholen wird.
Die Patienten der Minamata-Krankheit fordern uns auf, die Opfer unseres
Strebens nach materiellem Wohlstand und der damit verbundenen Zerstrung der
Natur nicht zu vergessen und in der Zukunft ・erlegter zu handeln.
9. Was bedeutet 'moyainaoshi'?
'Moyai' - zusammengebundene Fischerboote
'Moyai' bedeutet wrtlich ・ersetzt, 'Boote zusammenbinden`, oder auch
'etwas gemeinsam unternehmen'. 'Naoshi' bedeutet 'etwas reparieren' oder
'etwas noch mal tun, damit es richtig wird'. In Minamata, wo die Beziehungen
der Menschen untereinander, aber auch zwischen Mensch und Natur einst
zerstrt waren, versteht man unter dem Namen 'Moyainaoshi' kooperative
Gemeinschaftsprojekte, deren Ziel es ist, die Menschen direkt auf das
Problem der Minamata-Krankheit anzusprechen und mit ihnen zusammen zu
diskutieren und zu arbeiten.
Kurz nach Ausbruch der Minamata-Krankheit wurden die Patienten von ihren
Nachbarn ge臘htet, da diese bef・chteten, dass die seltsame Krankheit
ansteckend w舐e. Doch auch nachdem bekannt wurde, dass die Krankheit durch
die quecksilberverseuchten Abw舖ser der Chisso-Fabrik verursacht wurde,
griffen die von Chisso abh舅gigen Einwohner die Patienten an, da sie auf
Grund der Gerichtsverfahren und Schadensersatzforderungen um die Existenz
der Fabrik und damit um ihre Arbeitspl舩ze f・chteten.
Durch die Entsch臈igungszahlungen wurden Angriffe und Diskriminierung sogar
noch schlimmer, denn nun tauchten falsche Ger・hte auf, dass sich unter den
Antragstellern auf Anerkennung auch 'falsche Patienten' bef舅den. Da die
Minamata-Krankheit von Chisso verursacht worden ist, die Stadt Minamata
jedoch von Chisso abh舅gig war und dort gleichzeitig Arbeitsk舂pfe
herrschten, waren die Einwohner in zwei Lager gespalten und f・ lange Zeit
sprachen die Menschen auf beiden Seiten kaum miteinander.
Doch in den letzten Jahren haben die Regierung, B・ger und Opfer diese
Probleme gelst und eingesehen, dass 'Feindschaft zu nichts f・rt'.
Mittlerweile sprechen sie wieder miteinander und arbeiten gemeinsam am
Wiederaufbau Minamatas.
10. Was knnen wir aus der Minamata-Krankheit lernen?
Anwohner trennen M・l: 23 Kategorien, die alle recycelt werden knnen!
Die Minamata-Krankheit wurde durch den Konsum von mit Chemikalien
belasteten Abw舖sern der Chisso-Fabrik verseuchten Fischen und
Meeresfr・hten verursacht. Sie spaltete die Menschen in zwei Lager.
Die Menschen in Minamata haben auf Grund dieser Erfahrung Lebensmittel und
Wasser, die so wichtig zum Leben sind, sch舩zen gelernt. Au゚erdem haben sie
gelernt, dass der von Haushalten und Industrie verursachte M・l niemals die
Umwelt zerstren darf.
Massenproduktion, Massenkonsum und in gro゚en Mengen anfallender M・l haben
zu unserem wohlhabenden und bequemen Leben beigetragen, aber tats臘hlich
sind wir von gef臧rlichen Substanzen wie Abgasen, Pestiziden und
Konservierungsstoffen in Lebensmitteln umgeben, die unsere Umwelt und
Gesundheit gef臧rden. Wenn wir an unseren eigenen materiellen Wohlstand
denken, d・fen wir jedoch unsere Beziehungen zu den anderen L舅dern dieser
Welt nicht au゚er Acht lassen. Die Minamata-Krankheit lehrt uns, dass wir
sowohl Opfer, als auch T舩er sind.
Die Minamata-Krankheit zeigt uns, wie wichtig es ist, die Natur nicht zu
zerstren und mit dem Bewusstsein zu leben, dass das Leben in der Natur
entsteht. Wir m・sen an Lebensmittelsicherheit denken und daran, dass
Menschen, Fl・se und das Meer miteinander verbunden sind. Deshalb m・sen wir
sowohl den Haus- als auch den Industriem・l reduzieren und recyceln und
d・fen sowohl globale, als auch lokale Probleme niemals au゚er Acht lassen.
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